Von den rund 850 Gemeinden Thüringens werden 126 als Städte (innerhalb eines Landkreises) oder Städte (eigene Stadtviertel) eingestuft. Die meisten Städte sind klein und haben weniger als 10.000 Einwohner; nur die zehn größten haben eine Bevölkerung von mehr als 30.000. Die ersten Städte entstanden im 12. Jahrhundert, während die letzten erst im 20. Jahrhundert den Status einer Stadt erhielten. Heute sind alle Gemeinden innerhalb von Bezirken gesetzlich gleich, egal ob es sich um Städte oder Dörfer handelt. Unabhängige Städte (d. h. Stadtbezirke) haben größere Befugnisse (wie jeder Bezirk) als Städte innerhalb eines Bezirks. Wie die meisten anderen Regionen Mittel- und Süddeutschlands verfügt Thüringen über einen bedeutenden Industriesektor, der bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreicht. Der wirtschaftliche Übergang nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 führte zur Schließung der meisten großen Fabriken und Unternehmen, so dass kleine und mittlere Fabriken das verarbeitende Gewerbe dominierten.

Bekannte Industriezentren sind Jena (ein weltweites Zentrum für optische Instrumente mit Unternehmen wie Carl Zeiss, Schott und Jenoptik) und Eisenach, wo BMW in den 1920er Jahren seine Autoproduktion begann und heute ein Opel-Werk seinen Sitz hat. Die wichtigsten Industriezweige sind heute die Maschinenbau- und Metallindustrie, die Fahrzeugproduktion und die Lebensmittelindustrie. Vor allem die kleinen und mittleren Städte in Mittel- und Südwestthüringen (z.B. Arnstadt, Schmalkalden und Ohrdruf) sind hochindustrialisiert, während es im Norden und Osten des Landes weniger Industrieunternehmen gibt. Traditionelle Industrien wie die Produktion von Glas, Porzellan und Spielzeug brachen während der Wirtschaftskrisen zwischen 1930 und 1990 zusammen. Nur wenige Tage später wurde auch ein weiterer Tarifvertrag unterzeichnet, diesmal für Leiharbeitnehmer in der Branche. Es ist bezeichnend, dass die Betriebsräte mehr Mitbestimmungsrechte erhalten haben und Verhandlungen zur Regelung des Einsatzes von Leiharbeitnehmern durch einen Betriebsvertrag fordern können. Die Themen für eine solche Vereinbarung können vom Zweck und dem Einsatzgebiet, dem Umfang der Leiharbeit bis hin zur unbefristeten Beschäftigung dieser Arbeitnehmer reichen.

Die Umweltschäden in Thüringen sind nach 1990 weitgehend zurückgegangen. Der Zustand von Wäldern, Flüssen und Luft wurde durch die Modernisierung von Fabriken, Häusern (Rückgang der Kohleheizung) und Autos verbessert, und kontaminierte Gebiete wie die ehemaligen Uran-Oberflächenminen rund um Ronneburg wurden saniert. Die heutigen Umweltprobleme sind die Versalzung der Werra, verursacht durch die Einleitungen von K+S-Salzbergwerken rund um Unterbreizbach und die Überdüngung in der Landwirtschaft, die den Boden und kleine Flüsse schädigen. Am 19. Mai 2012 haben der Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg, Südwestmetall und die IG Metall in ihren jüngsten Verhandlungen einen Kompromiss erzielt. Die getroffene Vereinbarung dient auch als Pilotprojekt für andere Gebiete des Landes, wobei Bayern, Nordrhein-Westfalen und andere Regionen ihre Bedingungen übernehmen. In den fünf Verhandlungsrunden organisierte die IG Metall Warnstreiks mit rund 800.000 Beschäftigten. Insgesamt betreffen die neuen Vereinbarungen rund 3,3 Millionen Beschäftigte in der Branche. Besonders groß sind die Lohnunterschiede zwischen den verschiedenen Branchen im privaten Sektor. Nach Daten von computerwoche.de erhalten Softwareentwickler bei Großbanken, Versicherungen und Medizintechnikunternehmen außergewöhnlich hohe Gehälter mit Jahreseinkommen zwischen 60.000 und 65.000 Euro. In Bildungs- und Forschungseinrichtungen sind die Werbe- oder PR-Gehälter mit 43.000 euro jährlich deutlich niedriger. Generell werden die Gehälter auch in der metallverarbeitenden Industrie aufgrund der Tarifpolitik in der Branche allgemein als höher bezeichnet als beispielsweise im Einzelhandel oder im Baugewerbe.


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