45Prekäre Beschäftigung ist nicht nur eine unsichere, schlecht bezahlte , Form der Beschäftigung mit wenigen Rechten ausgestattet. Sie bedroht mehr als nur indirekt das Nachkriegsmodell der sozialen Integration und gewerkschaftsfreundlichen Vertretung – und nicht zuletzt die Solidarität. Für die formal gesicherten Festangestellten symbolisieren Leiharbeiter die latente Abstiegsgefahr, die Möglichkeit ihrer eigenen Zukunft. In dieser Situation ist die Festanstellung zu einem Privileg geworden, das es wert ist, verteidigt zu werden. In krisengeschüttelt wurden Leiharbeiter als erste entlassen. Es gab wenig Proteste, kaum Widerstand. Die institutionelle Macht in der Mitbestimmung wird ausgehöhlt: Die Struktur der Leiharbeit, die Anforderungen an die Betriebsräte, untergräbt gleichzeitig die Ressourcenallokationen. Zwar können die Leiharbeitnehmer für den Rat wählen, wenn sie länger als drei Monate in einem Unternehmen beschäftigt sind, aber sie werden bei der Berechnung der Sitznummern, Befreiungen und Einrichtungen von Interessengruppen nicht gesetzlich berücksichtigt: Je mehr Zeitarbeitskräfte in einem Unternehmen beschäftigt sind, desto kleiner ist der Betriebsratsausschuss in Bezug auf die gesamte Belegschaft. Im Bereich der IG Metall hat diese Organisationsform in jüngster Zeit zu einer Verschlechterung der Beteiligungsstrukturen in Unternehmen mit Leiharbeit geführt (Wassermann/Rudolph 2007). Einige Vereinbarungen mit mehreren Arbeitgebern in den letzten Jahren haben festgelegt, dass vereinbarte Pauschalzahlungen von der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens abhängig gemacht werden können. Dies gilt z. B. für Vereinbarungen in der chemischen Industrie in den Jahren 2005 und 2007 (volle Flexibilität der Pauschalzahlung, die in der Vergangenheit regelmäßig etwa 9,8 % bis 12,8 % eines Monatslohns betrug.

DE0703039I), in der metallverarbeitenden Industrie 2006 (Bereich: 0-620 €, reguläres Niveau: 310 €, DE0605039I) und 2007 (Verschiebung der Lohnerhöhung um vier Monate, DE0706019I) und in der Herstellung von Textilien und Bekleidung im Jahr 2006 (Bereich: 0-340 €, reguläres Niveau: 170 €). Repräsentative Daten, die eindeutig zwischen Bonussystemen, Bewertungssystemen und Gewinnbeteiligung unterscheiden können, gibt es nicht. So befasst sich eine empirische Analyse von Pannenberg und Spiess gemeinsam mit Bonuszahlungen und Gewinnbeteiligung. Sie zeigt, dass das mittlere Verhältnis des variablen Entgelts zum festen Grundlohn zwischen 1991 und 2000 zwischen 6 % und 8 % lag (siehe Tabelle 2). Die Studie basiert auf dem Sozio-oekommigen Panel (SOEP) und beschränkt sich auf Informationen über das Einkommen von Arbeitnehmern in Westdeutschland. Die Autoren fanden auch heraus, dass die durchschnittliche reale monatliche Höhe der Gewinnbeteiligung oder Bonus zeigte sowohl einen deutlichen Aufwärtstrend und erhebliche zyklische Variation. Im Gegensatz zum festen Grundlohn war die Standardabweichung des variablen Lohns größer als ihr Mittelwert. Darüber hinaus nahm die Standardabweichung zwischen 1991 und 2000 deutlich zu. Schließlich waren die Gesamtreallöhne für Arbeitnehmer, die von einer Gewinnbeteiligung (einschließlich variabler Löhne) profitieren, in jedem Jahr deutlich höher als für die Arbeitnehmer, die nicht unter ein Gewinnbeteiligungssystem fielen. Im genossenschaftlichen Bankensektor haben Ver.di und der entsprechende Arbeitgeberverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (AVR) seit 2006 keine neue Lohnvereinbarung erzielt.


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